Fühlen in der Arbeitswelt

Ja ihr seht richtig. Das bin ich. Dieses Bild ist durch eine gute Freundin entstanden. Wir wollten ein paar brauchbare Bewerbungsfotos machen. Es zeigt mich in der Zeit, in der ich kurz vor meinem emotionalen Absturz stehe. Nun mag man sagen, du siehst doch gut aus. Ja, der Schein trügt, sag ich da nur. Die Alarmzeichen die sich mir zu dieser Zeit schon aufdrängten, habe ich zwar wahr, aber nicht ernst genommen. 

Das was die Menschen nach außen zeigen und was sich in ihnen bewegt sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. In meinem damaligen Job habe ich mich der Philosophie des Unternehmens angepasst, wie so oft in meinem Leben. Es ist immer noch das Hotel das mich am meisten mit seinem Team und dem Haus an sich sehr berührt und begeistert hat. Dennoch war es zum Schluss kaum aushaltbar dort weiter angestellt zu sein. 

Leben nach Regeln, die man auswendig lernen musste. Wie schrecklich. Ich konnte nicht eine davon. Mein Inneres hat sich vehment dagegen gesträubt. Es wurde einem nahegelegt, dass man gewissen Schmuck zu tragen hat. Das Anlegen der Kette hat sich wie "fest ketten" angefühlt. Letztlich wurde hier und auch bei meinen anderen Arbeitgebern nie danach gefragt wie ich mich fühle. Es gab zwar ein oberflächliches "wie geht es dir" aber das war es auch. Ich musste mich verstellen und konnte nicht mein wahres ich zeigen. Es war wie eine Art Verkleidung die ich jeden tag trug. 

Es ist doch einfach so, wenn ich als Arbeitgeber dafür sorge, dass es meinen Mitarbeitern emotional gut geht, das ich sie sehe in dem wie sie als Menschen wirklich sind, verändert sich damit nicht auch alles andere positiv?

Es stärkt die soziale Kompetenz aller und lässt den Mitarbeiter einmal mehr hinter seinem Unternehmen stehen. Krankenstände verringern sich und die Produktivität wird gesteigert und zwar nicht weil alle gedrillt werden. Sondern weil sie emotional abgeholt werden. Gebt ihnen in den Unternehmen die Möglichkeit an ihren persönlichen emotionalen Blockaden und Konflikten zu arbeiten auf welche Art auch immer. Jedenfalls individuell.

Liebe Unternehmer verabschiedet euch von Drill und Zahlen. Die Stimmen von ganz allein, wenn die Mitarbeiter bei euch sind! Schafft emotionale Bindungen. 

Die kann man natürlich nur erreichen, wenn man selbst Bindungen auf dieser Ebene herstellen kann. Aus reinem Herzen und klar, wenn man seine emotionalen Konflikte für sich aufgeräumt hat. 

Ich selbst weiß, das das Streben nach Erfolg auch nur eine Art Selbstbefriedigung ist, wenn man wieder mehr erreicht, länger gearbeitet oder andere zurecht gewiesen hat. 

Es geht definitiv anders, nämlich aus einer inneren eigenen Zufriedenheit heraus und dann funktioniert so ein Unternehmen auch von ganz allein. Dein Unternehmen, dein Team, sie alle können nur so gut sein, wie du es bist. 

Wie gut hätte ich wirklich sein können, wenn man nicht versucht hätte in Regeln zu pressen und es mir damals schon ermöglicht worden wäre an meinen emotionalen Baustellen zu arbeiten?