Angststörung - wenn Angst krank macht

Es gibt niemanden, der frei von Angst ist. Wir brauchen Angst, diese ist ein wichtiges inneres Signal z.B. wenn wir durch einen dunklen Park schneller gehen oder unsere Haustür abschließen, uns in Gefahrensituationen zu schützen. Angst führt uns durch  Gefahrensituationen und hilft uns diese zu meistern. Dies ist uns nicht immer bewusst.
Angst hat eine wichtige Funktion als ein die Sinne schärfender und Körper aktivierender Schutz- und Überlebensmechanismus. Dieser Mechanismus ist in tatsächlichen oder auch vermeintlichen Gefahrensituationen ein angemessenes eingeleitetes Verhalten.

Wieviel Angst ist normal?

Es gibt einige Situationen in denen die Angst auch größer sein kann, z.B wenn ich Angst vor einem Date habe oder mich vor eine großen Spinne ekel. Es handelt sich dabei noch nicht um eine Angststörung.
Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass Deine Angst ein ungesundes Maß angenommen hat, wenn:

  • Du mehr als die Hälfte des Tages über Deine Ängste nachdenkst und Du Dir viele Sorgen machst.
  • Deine Ängste Dienen Tag und Deine Gefühle beherrschen und Du es nicht mehr kontrollieren kannst.
  • Deine Ängste in Situationen auftreten, die eigentlich normal erscheinen
  • dieses Ausmaß Deiner Ängste über einen längeren Zeitraum betrifft
  • Du spürst, dass Deine Angst unangemessen intensiv ist und Du z.B. in der Gegenwart eines Hundes oder beim Autofahren Schweißausbrüche oder Herzrasen bekommst.
  • manchmal steigert es sich auch schon bis in eine Panikattacke?
  • Du fühlst Dich mit Deiner Angst ohnmächtig, hilflos und allein? Du bist verzweifelt und keiner versteht Dich
  • Aus Angst vor der Angst kommt es bei Dir zu Vermeidungsverhalten und Du meidest Orte oder Situationen, die bei Dir Angst auslösen
  • Du ziehst Dich immer mehr zurück
  • Im Extremfall wagst Du Dich nicht mehr aus dem Haus
  • Partnerschaft oder Arbeit sind durch Deine Ängste in Gefahr oder schon nicht mehr ausübbar
  • Du bekämpfst die Ängste mit allen Mitteln z.B. Drogen, Aklkohol oder Medikamenten
  • Du fühlst Dich wegen Deiner Ängste depressiv oder hast sogar schon an Suizid gedacht

Es müssen nicht alle diese Punkte gleichzeitig zutreffen, schon einige Punkte reichen um das gesunde Maß der Angst zu überschreiten.

Du bist nicht allein - Häufigkeit von Angsterkrankungen

Angststörungen gehören neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Es wird geschätzt, dass etwa jede/er Vierte betroffen ist. In Deutschland sind etwa 12 Millionen Menschen betroffen, in Europa ca. 60 Millionen, davon Frauen häufiger als Männer.

Arten von Angsterkrankungen

Es gibt die unterschiedlichsten Arten von Angsterkrankungen. Es gibt Angst vor Dingen oder Situationen sogenannte Phobien z.B. vor Spinnen, es gibt aber auch Ängste richtige Angstzustände mit Panikattacken die einfach so aus dem Nichts auftreten und nicht kontrollierbar sind.
Ebenfalls können sich Angstgefühle auf sämtliche Lebensbereiche ausdehnen, dies wird dann generalisierte Angststörung genannt. Diese Art der Angststörung ist besonders belastend für Betroffene, da in diese Form den Lebensalltag besonders einschränkt. Alle Ereignisse werden hier als bedrohlich empfunden.


  • Panikstörung 

Bei einer Panikstörung kommt es zu immer wiederkehrenden schweren Panikattacken mit sehr schweren körperlichen und psychischen Symptomen.
Die Symptome können sich wie folgt äußern:
- Kribbeln in den Händen und Füßen möglich auch im ganzen Körper
- Gefühl in Ohnmacht zu fallen
- Unsicherheit, Gefühl der weichen Knie, Schwindel
- Unruhe
- Atemnot
- Herzklopfen bis hin zu Herzrasen
- unregelmäßiger Herzschlag
- Schwitzen
- Hitzewallungen oder Kälteschauer
- Engegefühl oder Druck in der Brust oder Hals (wie zugeschnürt)
- Angst wahnsinnig zu werden oder die Kontrolle zu verlieren
- Furcht zu sterben
- Schmerzen in der Brust

Eine Panikattacke kommt urplötzlich und völlig unvorbereitet und kann bis zu Stunden, meistens aber einige Minuten bis hin zu 30 Minuten andauern. Die Anzahl der Attacken kann variieren von mehrfach am Tag bis hin zu einmal im Monat. Nach der Attacke fühlen sich die meisten völlig erschöpft und leben ständig in der Angst vor der nächsten Attacke.
Nicht selten wird häufig der Notarzt gerufen oder aber eine Odyssee mit besuchen von Arzt zu Arzt aus Furcht vor einer Erkrankung beginnt oder haben die meisten meiner Klienten hinter sich.

  • Generalisierte Angststörung


Klienten mit einer generalisierten Angststörung sind in dem permanenten Gefühl der Besorgnis und stehen immer unter Anspannung in Bezug auf den Alltag und Probleme.
Es werden sich Sorgen bezogen auf verschieden Bereiche wie z.B. Angst vor Krankheit oder Tod, Angst vor Unfällen oder Angst beruflich zu versagen, gemacht. Dabei können sich auch Klienten ohne generalisierte Angststörung Sorgen machen, nur ist diese Sorge bei Betroffenen länger als 6 Monate so stark ausgeprägt, das bereits der Alltag extrem stark beeinträchtigt ist. Die Sorgen können in der Regel nicht durch Willenskraft gestoppt werden.
Sie Sorgen führen zu einem Vermeidungsverhalten, so dass Betroffene Dinge vermeiden oder aufschieben. Dazu gehören Reisen oder auch berufliche Herausforderungen.

Der Klient steht unter einer ständigen Anspannung die sich über körperliche Beschwerden äußern und daher als Symptom zur generalisierten Angststörung dazu gehören:

- Herzrasen
- Zittern
- kalte, feuchte Hände
- starkes Schwitzen
- Mundtrockenheit
- Ruhelosigkeit, rastlos sein
- Unruhe oder Schlaflosigkeit in der Nacht
- Muskelverspannungen - starke Anspannung im Körper
- Konzentrationsprobleme
- Schwindel
- auch Magen-Darm Probleme können vorkommen
- "zugeschnürter" Hals
- sich nicht mehr entspannen können

Insgesamt sind auch weitere mögliche körperliche Probleme auf die Angst zurückzuführen. Auch hier kann es sein das der Klient eine Odyssee von Arztbesuchen hinter sich hat, bevor die Angst mit den körperlichen Problemen in Zusammenhang gebracht wird.

  • Soziale Angststörung oder auch soziale Phobie 


Hier handelt es sich um eine extreme Form der Schüchternheit, dass heißt Menschen mit einer sozialen Phobie haben in den Situationen Angst, in denen sie sich von Ihren Mitmenschen (bekannt oder unbekannt) kritische betrachtet oder sogar beobachtet fühlen.
Dazu gehören beispielsweise:
- mit dem Vorgesetzten sprechen
- eine Prüfung ablegen
- zum Arzt zu gehen
- zu einer Behörde zu gehen
- sich in einer Situation zu befinden, in der alle Blicke auf einen gerichtet sind z.B bei einer Rede die gehalten wird, ein Gedicht das aufgesagt wird oder ein Lied das vorgesungen werden muss
- im Beisein anderer zu telefonieren 
- einen Fremden anzusprechen
- eigene Bedürfnisse zu äußern z.B. in der Familie oder Partnerschaft
- sich zu einer Verabredung treffen
- einen potenziellen Partner/in kennenlernen

Menschen mit einer sozialen Phobie werden deshalb aus den genannten Situationen immer versuchen diese zu vermeiden. Sollten sie dennoch in eine solche Situation kommen, leiden sie unter Zittern, Erröten bis hin zu  Angst zu Erbrechen oder starkem Toilettendrang.


Folgen einer unbehandelten Angststörung

Eine Angststörung geht mit zunehmender Stärke meistens nicht von selbst weg. Im Gegenteil es kann immer größere Ausmaße annehmen und es kommt zur "Angst vor der Angst" die sogenannte Erwartungsangst.
Dann werden in der Regel angstauslösende Situationen und Orte vermieden.Neben Ängsten und den meist starken körperlichen Symptomen leiden die Betroffenen unter mangelndem Vertrauen in die eigene Stärke und unter dem Gefühl des Ausgeliefertseins. In der Folge ziehen sich diese Menschen immer mehr aus dem Leben zurück.
Probleme im Berufs- oder Familienleben vor allem in der Partnerschaft sind häufig und Schlafstörungen quälen den Betroffenen. 
Von dieser Störung betroffene Menschen starten manchmal, in einem falsch verstandenen Versuch der "Selbstbehandlung",  Alkohol zu konsumieren. Dieser kann kurzfristig die Angst lindern. Allerdings besteht hier die Gefahr der Abhängigkeit. Eine weitere Gefahr ist die Einnahme bzw. der Dauergebrauch von Beruhigungsmitteln, die tatsächlich nur für den kurzfristigen Einsatz geeignet sind.

Wie können Angststörungen behandelt werden?

Es gibt viele Möglichkeiten die Angsterkrankung zu behandeln. Mit welchen Möglichkeiten hat sich der Betroffene schon auseinander gesetzt und welche ist für ihn die richtige Behandlung. Ungesunde Angst ist behandelbar. Man ist ihr nicht hilflos ausgeliefert.
Als erstes muss sich der/die Betroffene eingestehen, das er/sie an einer Angsterkrankung leidet. Dies ist der erste Schritt.
Betroffene können Bücher lesen, sich über Psychotherapien informieren, um diesen entscheidenden Schritt, die Furcht zu entmachten, zu gehen.
Auch zusätzliche Aktivitäten oder Entspannungsformen wie Sport, Yoga, Meditation, Progressive Muskelentspannung können hilfreich sein.
Eine sehr effektive Methode der Angstbewältigung und Lösung schlechter Emotionen ist die Hypnose die ich in meiner Praxis anwende.
80-90 % der Betroffenen können mit professioneller Hilfe durch Hypnose erfolgreich behandelt werden und bekommen Ihre Störung in den Griff.